Doshas
sind deine Doshas in Harmonie zu einander, fühlst du dich stabil und flexibel, klar im Kopf, emotional ausgeglichen und körperlich vital
Vata ist das Prinzip der Bewegung
Pitta ist das Prinzip der Transformation und des Stoffwechsels
Kapha ist das Prinzip der Struktur und Stabilität
Dem Ayurveda zufolge besteht alles im Universum, einschließlich des menschlichen Körpers, aus fünf Elementen - Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum. Diese Elemente verbinden sich zu drei Doshas, die die primären elementaren Energien in unserem Körper darstellen.
- 1. Vatha (Luft + Raum) – Vatha steuert alle Bewegungsfunktionen im Körper - Atmung, Kreislauf, Ausscheidung von Abfallstoffen aus dem Körper, Bewegungen der Gelenke usw. Die Eigenschaften von Vatha sind kalt, trocken, leicht und schnell in der Natur. Sein Ungleichgewicht führt zu Angstzuständen, trockener Haut, Verstopfung, unregelmäßigem Schlaf usw. Psychologisch gesehen ist eine Person, bei der Vatha überwiegt, aktiver, ruheloser und von Natur aus schneller.
- 2. Pitta (Feuer + Wasser) – Pitta kontrolliert die Verdauung, den Stoffwechsel, die Körpertemperatur, den Glanz der Haut und den Teint. Es ist heiß, scharf und intensiv in der Natur, psychologisch gesehen ist der Pitta-Dominante mutiger und enthusiastischer, ein Ungleichgewicht in Pitta verursacht Ärger, Säure und Hautkrankheiten.
- 3. Kapha (Erde + Wasser) – Kapha sorgt für die Struktur des Körpers, die Immunität und die Schmierung der Gelenke. Ein Ungleichgewicht führt zu Lethargie und Gewichtszunahme, während eine Person mit Kapha-Übergewicht ruhig, energiegeladen und stabil ist. Neben dem Ungleichgewicht gibt es noch ein anderes Konzept, das Prakruti oder Körperkonstitution genannt wird: Jeder Mensch hat eine einzigartige Dosha-Kombination (Prakriti), und es ist sein Körpertyp, der von der Geburt bis zum Tod konstant ist.
Ayurveda glaubt, dass ein Ungleichgewicht der Doshas die Ursache aller Krankheiten ist. Äußere Faktoren wie Stress, schlechte Ernährung, unregelmäßiger Schlaf und jahreszeitliche Veränderungen können das Gleichgewicht der Doshas stören.
Die Aufrechterhaltung des Gleichgewichts zwischen Ihren Doshas kann:
- Krankheiten vorbeugen, bevor sie sich manifestieren
- die Verdauung und das Energieniveau verbessern
- die geistige Klarheit und das emotionale Gleichgewicht verbessern
- Anmutiges Altern und Langlebigkeit fördern
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Jeder Mensch besitzt eine individuelle Konstitution und damit ein spezifisches Gleichgewicht der drei Doshas. Dieser Zustand entspricht normalerweise dem (individuellen) gesunden Zustand.
Ayurvedisch wird Gesundheit definiert als „svastha“: in seinem Selbst sein. Somit ist der Gesundheitsbegriff individuell zu verstehen: Der eine Mensch ist mit 80 % Vata gesund, der andere mit 80 % Pitta. Krankheit entsteht dann, wenn bezogen auf die Konstitution ein Überschuss eines Doshas entsteht.
Normalerweise nutzt der Körper seine Fähigkeit zur Selbstregulierung und entwickelt dann ein Bedürfnis nach gegenläufigen Eigenschaften (also zum Beispiel nach warmen und feuchten Einflüssen). Kommt der Mensch diesem Bedürfnis nach, wird die Krankheit im Keim erstickt und das Gleichgewicht wiederhergestellt. Übergeht oder missinterpretiert er es jedoch, entsteht ein Krankheitsprozess. Dieser erreicht irgendwann einen Zustand, in dem die Selbstheilungskräfte des Körpers zur Heilung nicht mehr ausreichen.
Gutes Verdauungsfeuer als Weg zum Wohlfühlgewicht
Ayurvedisch sind hierbei vor allem die Verdauungskraft und das Verdauungsfeuer (agni) als zentrale Faktoren zu beachten. Ein gutes Verdauungsfeuer sorgt dafür, dass die Nahrungsbestandteile vollständig aufgespalten und die Nährstoffe verstoffwechselt werden können. In diesem Fall behält der Mensch sein zu ihm passendes Körpergewicht. Den Zustand des Verdauungsfeuers bemerkt man am Hunger. Dieser zeigt an, dass der Körper bereit ist, die Nahrung aufzunehmen und zu verarbeiten. Daher ist eine der wichtigsten ayurvedischen Devisen, dass man nur essen sollte, wenn man Hunger hat – nicht Lust! Eine ausgewogen bemessene Mahlzeit entspricht in etwa der Menge, die in zwei aneinandergelegte, zur Schale geformten Hände passt.
Dies führt dann auch zur ausgeglichenen und der Konstitution entsprechenden Verdauung. Vata neigt grundsätzlich zu unregelmäßigem Stuhlgang, der trocken und leicht ist („Hasenköddelchen“). Pitta hat mehrmals täglich weichen Stuhlgang, Kapha regelmäßigen, geformten Stuhlgang, eventuell nur jeden zweiten Tag. In allen drei Fällen gilt dies im Rahmen der Konstitution als normal und erfordert keine Behandlung, solange beim Patienten kein Leidensdruck besteht. Es gibt damit im Ayurveda keine Pauschalaussage zum Behandlungsbedarf, sondern nur einen konstitutionsabhängigen gesunden Bereich.
Guter Schlaf als Lebens- und Gesundheitsgrundlage
Grundsätzlich sollten Extreme (Mangel und Überfluss) vermieden werden. Ausgeglichenheit führt zu Gesundheit. Dies gilt auch für den Schlaf. Die Caraka Samhita (CS, Su, 21. 326 ff.) stellt dazu fest: „Wie man schläft, entscheidet über Freud und Leid, Gedeih und Verderb, Stärke und Schwäche, Potenz und Impotenz, Wissen und Unwissenheit sowie über Leben und Sterben.“
Die Schlafdauer sollte ausgewogen sein. Vata neigt dazu, die Nächte durchzumachen und nur unregelmäßig zu schlafen, Pitta arbeitet rund um die Uhr, Kapha schläft Tag und Nacht. Diese Zustände werden ayurvedisch als Störungen betrachtet. Im Idealfall sollte man nachts etwa sechs bis acht Stunden ohne Unterbrechungen schlafen und morgens ausgeruht und erholt erwachen. Tagesschlaf sollte (besonders von Kapha) vermieden werden. Grundsätzlich richtet sich der Schlaf nach dem Stand der Sonne: mit Sonnenuntergang schlafen gehen, mit Sonnenaufgang aufwachen. Die Tageslänge im Sommer und Winter unterscheidet sich allerdings in Deutschland deutlich stärker als in Indien. Daher könnte für Mitteleuropa eine Schlafzeit zwischen 22 und 6 Uhr empfohlen werden. Gestörter Nachtschlaf (auch zum Beispiel durch Schichtdienst) endet meist in Vata-Störungen und beeinträchtigt den ganzen Tag. Tagesschlaf führt zu Kapha-Störungen und über daraus entstehende Verdauungsprobleme zu einer Ansammlung von Schlackenstoffen (ama). Diese setzen sich im Körper fest und stören den gesamten Stoffwechsel.
Maßvolle Reize: Sinne nicht über- oder unterfordern
In der ayurvedischen Medizin wird neben dem Körper immer auch die Psyche beziehungsweise der Geist betrachtet. Körper und Geist sind direkt miteinander verbunden und beeinflussen sich gegenseitig. Daher sind alle Erkrankungen als psychosomatisch oder somatopsychisch einzustufen.
Der Geist erhält seine Informationen über die Sinne. Sie transportieren Wahrnehmungen von außen nach innen. Im Geist werden diese dann über mehrere Schritte weiterverarbeitet, sodass daraus Handlungen erfolgen können. Insbesondere die Sinne sollten daher nicht zu viel oder zu wenig eingesetzt werden. Dies könnte sonst in psychischen Erkrankungen oder zumindest Fehlentscheidungen enden: „Übermäßiger, fehlender oder unzuträglicher Kontakt der Sinne und des Geistes mit den Objekten der Sinneswahrnehmung führt zur Störung des betroffenen Sinnes und des Geistes. Wird der ausgewogene Kontakt zu den Wahrnehmungsobjekten wieder hergestellt, normalisiert sich auch die Funktion des jeweiligen Sinnes, und der Geist wird durch ihn genährt.“ (CS, Su, 8. 16)
Ein übermäßiger Kontakt der Sinne wäre zum Beispiel eine andauernde Lärmbelastung. Aber auch dauerhafte komplette Stille gilt als schädlich. Als „unzuträglicher Kontakt“ sind krankmachende Geräusche, aber auch zum Beispiel das Hören schlechter Nachrichten zu verstehen. Das gleiche gilt für das Sehen, Riechen, Schmecken und Tasten.
Wird der Sinn gestört, können Wahrnehmungen nicht richtig zugeordnet werden. Dies mündet zumindest in Missverständnissen. Häufig erkennt der Mensch nicht mehr, ob ihm eine Situation guttut oder schadet. Der Selbstschutz kann aufgehoben sein, es kann zur Gewöhnung kommen und letztendlich zur fehlerhaften Abspeicherung im Gedächtnis. So entstehen unter anderem Süchte, die über den Geist dann auch den Körper schädigen.
Buddhi: Intuitive Erfassung schädlicher und gesunder Einflüsse
Es ist leider nicht immer möglich, die Sinne zu kontrollieren. Im Normalfall kann der Geist aber erkennen, welcher Einsatz der Sinne zuträglich oder unzuträglich ist. Dazu verfügt er über verschiedene Instrumente. Eines davon bezeichnet man als buddhi. Es ist zuständig für das Treffen von Entscheidungen und entspricht damit einer Art natürlicher Intelligenz. Buddhi grenzt wahres Wissen von bloßen Erscheinungen ab und unterscheidet zwischen zuträglichen und schädlichen Einflüssen. Die entsprechenden Gedanken werden dann weitergeleitet zu smŗti, dem Gedächtnis, und dort als Erfahrung abgespeichert. Mangelt es an Entscheidungskraft, entstehen nie endende Gedankenströme und ständige Zweifel. Ist buddhi bereits gestört, kann smŗti nicht funktionieren.
Amygdala: Ungesunde Reizantwort durch archaische Reaktionsmuster
Für die Sinnesverarbeitung spielt die Amygdala (Mandelkern) eine zentrale Rolle. Sie ist für die Verarbeitung von – in der Regel aus den Sinneseindrücken gewonnenen – Emotionen zuständig und bewertet Situationen innerhalb von Millisekunden. Sie schätzt Gefahren ein und löst über den Hirnstamm entsprechende Stressreaktionen aus. Damit fungiert die Amygdala als blitzschneller Schutzmechanismus, umgeht aber bewusste Denkprozesse im Großhirn. Hierdurch erfolgt die Reaktion zwar schnell, aber möglicherweise unangemessen.
Die bewusste Route führt die Sinnesinformationen vom Thalamus über den Cortex zum Hippocampus. Dort werden die Eindrücke genauer analysiert, bevor sie die Amygdala erreichen. Die Reize können somit differenzierter wahrgenommen, bewertet und beantwortet werden. Allerdings dauert dieser Weg, den auch buddhi nutzt, doppelt so lang: Buddhi bedeutet Entscheidungskraft, ist bewusst und analysiert. Die Abkürzung über die Amygdala entspricht einer (manchmal lebensrettenden) Fehlfunktion von buddhi, kann sich aber zum Beispiel bei psychischen Traumata verselbstständigen. Da dies unbewusst abläuft, ist es in solchen Situationen kaum möglich, die Sinne zu kontrollieren.
Dhŗti: Willenskraft schützt vor belastendem Verhalten
Ein weiteres Instrument des Geistes ist dhŗti, die Willenskraft. In ihr liegt dessen Fähigkeit, sich von jeglichen schädlichen Objekten zurückzuziehen. Wenn sie versagt, ist der Geist unfähig, sich zu kontrollieren, und wird somit anfällig für Störungen oder Krankheiten. So wissen zum Beispiel nahezu alle Menschen, dass Rauchen schädlich ist. Aber wenn dhŗti schwach ist, raucht der Mensch dennoch gegen besseres Wissen.
Im Ayurveda wird immer wieder betont, dass diese geistigen Instrumente trainiert werden sollen. Dies geschieht, indem die Sinne im richtigen Maß und adäquat eingesetzt werden. Dasselbe gilt auch für Emotionen: Sie sollen nicht unterdrückt, aber moderiert, bedarfsweise auch kontrolliert werden. Der Mensch sollte Emotionen beherrschen und nicht von ihnen beherrscht werden. Die Sinnesorgane sollten somit nicht nach außen, sondern nach innen gerichtet werden: „Generell sollte sich der Geist nicht in Dinge involvieren, die über die Sinne aufgenommen werden. Die geistigen Funktionen sollten unabhängig von den Sinnesfunktionen sein. Man sollte nicht bewerten und keine Anhaftung haben.“ (CS, SS, VII, 17 ff.)
Energie ist stets wandelbar
DU bist der wichtigste Mensch in DEINEM Leben